Die Gläserne Imkerei


Wir möchten hier gerne unsere Betriebsweise vorstellen, denn es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass du weißt, wie die Bienerie arbeitet. Warum? Weil auch wir Konsumenten sind und wissen möchten, wie unsere Lebensmittel produziert wurden und somit mit gutem Beispiel voran gehen möchten.

 

Außerdem ist es uns wichtig, jene fanatischen Ernährungsanhänger aufzuklären, die das Internet durch ihr gefährliches Halbwissen mit gruseligen Halbwahrheiten füllen und alle Imker über einen Kamm scheren.

 

Leider sind die Gesetze zum Schutz der Säugetiere (nicht nur) in Deutschland äußerst desolat. Noch viel dramatischer ist die Gesetzeslage zum Wohl und Schutz dvon Insekten und somit auch den Bienen.

 

Selbstverständlich ist es nicht zu leugnen, dass es skrupellose Imker gibt, wie es der Film "More Than Honey" mehr als verdeutlicht. Doch es gibt ebenso Imker, die sich viele Gedanken machen und keine Kosten und Mühen scheuen, um eine ausgeglichene Symbiose mit ihren Bienen zu führen. Und genau das tun auch wir.

 

Was tun wir also konkret in der Praxis?

An oberster Stelle steht für uns, dass die Bienenvölker gesund und stark in den Winter gehen, um im Frühjahr ein ebenso starkes und gesundes Volk begrüßen zu dürfen. Wir lehnen viele konventionelle Betriebsweisen ab, da sie unserer Meinung nach den Völkern massiv schaden können oder ethisch für uns nicht vertretbar sind.

  • Wir verzichten auf späte Trachten wie die Heide, denn für Schutzmaßnahmen z.B. gegen die tödlich wirkenden Varroamilbe ist es dann häufig zu spät und das Risiko, die Bienenvölker zu verlieren, steigt enorm. 
  • Zum Schutz unserer Bienenvölker vor der Varroamilbe setzen wir nur organische Säuren (Ameisen-, Oxal- und Milchsäure) ein, die auch in biozertifizierten Imkereien (z.B. Demeter, Naturland, Bioland) zugelassen sind. Wir verzichten komplett auf den Einsatz von Medikamenten, die sich im Wachs und Honig anreichern können. Trotzdem sind wir auf der kontinuierlichen Suche nach milderen Alternativen und nehmen regelmäßig an Informationsveranstaltungen teil und belesen uns mit Primärliteratur - also wissenschaftlichen Fachartikeln.
  • Das systematische Töten von Bienenköniginnen im Alter von 1-2 Jahren entspricht nicht unserer Ethik. Leider hält sich unter vielen Imkern das hartnäckige Gerücht, dass nur junge Königinnen ein starkes Volk aufrecht-erhalten können. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass dem nicht so ist. Natürlich gibt es Ausnahmen. Wir beobachten unsere Völker genau und möchten ihnen die Entscheidung überlassen, wann sie eine neue Königin nachziehen möchten. Wir greifen nur im äußersten Notfall ein z.B. wenn es das Volk aus eigener Kraft nicht schafft.
  • Um ein schonendes Wabenziehen oder Aufeinandersetzen der Beuten durchzuführen, muss mit Ruhe und Bedacht an den Bienenvölkern gearbeitet werden. Nur dies verhindert das Quetschen der Bienen bei der Arbeit. Was das Arbeiten mit Rauch am Bienenvolk angeht, da scheiden sich die Geister. Wir vermeiden den Einsatz von Rauch und nutzen, wenn möglich, Alternativen wie Nelkenöl. Die Bienen mögen den Geruch der Nelke nicht und sie weichen bei Einsatz dieses einfachen Mittels von kritischen Stellen und ein verletzungsfreies Arbeiten ist möglich.
  • Wenn unsere Bienen vorrübergehend in ein neues Revier dürfen (z.B. in die Obstblüte), dann setzen wir sie nachts um und sie dürfen am frühen Morgen an ihr neues Domizil. Nachts befindet sich das Bienenvolk in der Ruhephase und der Umzug ist für sie wesentlich entspannter.

Außerdem:

  • Ein Bienenvolk funktioniert wie ein einzelner Organismus. Es ist uns zuwider, Völker auseinander zu reißen und wahllos wieder zusammenzusetzen (siehe das Negativbeispiel in More Than Honey). Es ist zudem auch in unserem Interesse, einzelne starke Völker zu haben und danach richten wir auch unsere Betriebsweise aus. Leider kann es durch bestimme Umwelteinflüsse auch dazu kommen, dass ein Volk geschwächt ist. Um das Sterben zu verhindern, lösen wir es auf und vereinen dann dieses Volk mit einem stärkeren.
  • Der Brutraum gehört den Bienen! Wie der Name schon sagt, ziehen hier die Bienen ihre Nachkommen nach und tragen auch dort Nektar und Pollen ein um ihre Brut zu versorgen. Der Brutraum hat daher ausreichend Größe und wird nur einmal im Jahr zum Zwecke der Wabenhygiene geöffnet.

Fortsetzung folgt!