Gärtnern in der preußischen Sahara

Unsere Region im Süden Brandeburgs ist trocken - sehr trocken und dominiert durch sandige Böden.

Dies ist eine Herausforderung für das Gärtnern.  Regenwasser auffangen versteht sich hier von selbst. Aber es gibt noch viel (altes) Wissen, was einfach im Garten umgesetzt werden kann.

In meinen langjährigen Forschungsarbeiten konnte ich das Geheimnis jahrhunderte, ja auch jahrtausende alter Methoden zur Urbarmachung von Böden in verschiedenen Regionen dieser Erde wieder entdecken und deren Wirksamkeit belegen. Meine Erkenntnisse habe ich in zahlreichen Büchern, Fachartikeln, TV Dokumentationen und Vorträgen veröffentlicht.

Dieses Wissen setzen wir auch erfolgreich in unserem Garten um. Nachfolgend wenige Beispiele wie ein sandiger Boden in einer Region mit wenig Niederschlag auf ganz natürliche, nachhaltige und  kostengünstige Art bearbeitet werden kann. Gießorgien auf ein Minimum reduziert werden können und  gleichzeitig eine natürliche Düngung stattfindet, Humusaufbau betrieben wird und als Dank eine reiche Ernte beschert wird.

Nachfolgend nur ein paar wenige Beispiele was in jedem Garten getan werden kann.

Die Broadfork

Stell dir vor, jemand dreht dein Haus einfach mehrfach im Jahre auf das Dach. Kein schöner Gedanke, oder?

Umgraben, pflügen o.ä. kommt genau dem im Boden  gleich.  Auch Böden sind empfindliche Ökosysteme mit viel Leben. Der Boden hat quasi verschiedene bewohnte Zonen und auch wenn seine Bewohner es dir nicht sagen können, sie mögen es nicht wenn ihr Haus auf den Kopf gestellt wird und sie immer wieder alles neu ordnen müssen. Die Alternative: eine Broadfork oder Grelinette um den Boden zu lockern.

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Die zwei K

In eigenen wissenschaftlichen Praxisversuchen konnte ich belegen, dass die Kombination aus Kompost und Kohle die Wasserhaltekapazität eines sandigen Boden um bis zu 30% erhöht und das Bodenleben begünstigt. Der Ernteertrag auf dem Ackerschlag war trotz wenig Regen merklich höher als auf den Kontrollfeldern. 

Und übrigens: das wussten auch schon die Slawen, Wikinker, Amazonasindianer und andere alte Kulturen. Nichts neues also und funktioniert in jedem Garten.

Hier und hier zu zwei meiner Veröffentlichungen.

Schafwolle in den Boden

Zieh dir einmal deinen dicksten Wollpullover an und mache ihn so richtig nass. Ja, genau! Ganz schön schwer. Wolle ist unfassbar saugfähig und hält das Wasser gut im Boden. Außerdem ist Wolle, neben Kompost, ein perfekter Langzeitdünger. Um den Salat gelegt werden übrigens die Schnecken fern bleiben.

Aber zurück zum Dünger. Nimm die schmutzigste Wolle vom Schaf deines Vertrauens und stecke ordentlich viel  vor der Aussaat ca. alle 10-15 cm ins Beet und bedecke sie mit Erde und fertig ist der Wasserspeicher mit Langzeitdüngergarantie. Wirkt Wunder - mehrere Jahre!

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Mulchen, mulchen, mulchen

Schau dir an wie die Natur es macht. Sie lässt kaum ein Stück Boden ohne Bedeckung. Nur der Mensch meint es besser zu wissen. Mit fatalen Folgen. Fehlt dem Boden die Bedeckung ist er Frost, Hitze und Wind schutzlos ausgeliefert. Es kommt zur Austrocknung, Bodenabtrag und Auslaugung. Mulch z.B. aus Stroh oder Grasschnitt gemischt mit gehäckseltem Ästen kann all dies sehr erfolgreich vehindern und lindert zudem des Gärtners größtes Leid: Unkraut oder nennen wir es lieber Beikraut, denn jedes Pflänzchen hat seinen Nutzen.